Der grüne Blackout: Warum die Energiewende nicht funktionieren kann

Von Alexander Wendt

Warum die Energiewende Wahnsinn ist.
Und warum der Wahnsinn weiter geht.


Den staatlich gewollten Umbau der deutschen Energiewirtschaft halten Fachleute – und selbst Experten der Bundesregierung – für völlig gescheitert.

  • Ein von der Bundesregierung selbst berufener Sachverständigenrat kritisierte 2014 ihre „marktferne Ausrichtung“.
  • Das ebenfalls im der Bundesregierung beauftragte Beratungsunternehmen McKinsey, urteilte 2016 über die Energiewende und damit auch über die verantwortlichen Politikern, dass das Projekt alle selbstgesetzten Ziele verfehlt.
  • Im Januar 2017 stellte der Bundesrechnungshof fest: „Elementare Fragen wie, was kostet die Energiewende den Staat bzw. den  Steuerzahler?‘ oder, was soll die Energiewende den Staat kosten?‘ werden nicht gestellt und bleiben unbeantwortet.

Jedoch gibt es die berühmte Aussage vom Bundesumweltminister Jürgen Trittin im Jahr 2004:
„Es bleibt dabei, dass die Förderung erneuerbarer Energien einen durchschnittlichen Haushalt nur rund einen Euro im Monat kostet – so viel wie eine Kugel Eis.“
Oder später im Juni 2005 verspricht das Bundesumweltministerium unter Sigmar Gabriel den Stromkunden:
„Der Anstieg der EEG-Umlage nimmt in Zukunft ab und wird einen Durchschnittshaushalt selbst bei sehr dynamischem Ausbau nicht mehr als drei Euro im Monat kosten. Ab Mitte des nächsten Jahrzehnts geht die EEG-Umlage wieder zurück.“

Der Sozialdemokrat Hermann Scheer brachte 1999 zusammen mit einem anderen Sozialdemokraten und zwei Grünen das wahrscheinlich wirkungsmächtigste Gesetz der Bundesrepublik auf den Weg – das Erneuerbare-Energien-Gesetz, kurz: EEG.
Dieses bescherte uns den teuersten Strompreis der Welt.

Weder erfüllt die Energiewende das behauptete Ziel, Deutschlands CO2-Ausstoß deutlich zu senken. Noch findet das versprochene grüne Wirtschaftswunder statt. Im Gegenteil: seit 2011 gehen die ohnehin bescheidenen Job-Zahlen im Bereich Erneuerbare Energien stetig zurück. Und längst vernichtet der planlose Ausbau der Erneuerbaren Energien auf der anderen Seite tausende Arbeitsplätze. Entgegen den zig Versicherungen der Regierung steigen die Strompreise unaufhörlich. Keine andere politische Entscheidung seit 1949 fügte der Natur derart schwere Schäden zu (Bäume werden gefällt, Vögel, Fledermäuse und Insekten geschreddert). Die Energiewende erweist sich obendrein nicht als Vorbild für andere Länder, sondern als eigensinniger Sonderweg in die Sackgasse.

Im Buch heißt es:
„Die Zahl der Stunden, in denen die Netzbetreiber den überschüssigen Strom nur noch gegen Geld loswerden konnten, stieg um 50 Prozent.“
Bevor wir Steuerzahler Geld zahlen sollen, um den überschüssigen Strom zu verknappen, könnte der Staat ja genauso gut diesen Strom seinen Bürgern schenken. Die Bürger könnten damit ihre Elektroautos oder Nachtstromheizungen aufladen. Warum tut der Staat das nicht?

Die dritte, erweiterte und aktualisierte Auflage des Der Grüne Blackout: Warum die Energiewende nicht funktionieren kann stellt mit einer Fülle von Fakten dar, wie es überhaupt zu dem volkswirtschaftlich und technisch absurden Experiment kam, warum es trotz seiner verheerenden Ergebnisse weitergeht – und wer von diesem einmaligen planwirtschaftlichen Versuch profitiert.

Alexander Wendt, geboren 1966 in Leipzig, schrieb seit 1989 als Journalist und Autor unter anderem für die Welt, den Stern, den Tagesspiegel, Wirtschaftswoche und Focus.

2005 gründete er die Galerie Quartier in Leipzig, die er bis 2010 leitete. Die Dresdner Literaturzeitschrift Ostragehege veröffentlichte mehrere Texte von ihm, unter anderem die Kurzgeschichte Wünsch mir was (2010).

Im Januar 2016 erschien von ihm Plantagen des Blöden. Kleines Wörterbuch der Definitionen und Phrasen (edition blueprint); im März 2016Du Miststück.Meine Depression und ich (S.Fischer). Alexander Wendt lebt und arbeitet in München.

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