Wie erkenne ich gute Aktien?

Die Checkliste für die richtige Aktienauswahl

Um die richtigen Aktien mit möglichst geringem Risiko auswählen zu können, ist eine Checkliste hilfreich. Eine Checkliste mit handfesten Beurteilungskriterien, anhand derer wir krisensichere Aktien auswählen können. Natürlich gibt es nicht wirklich krisensichere Aktien, aber es gibt Aktien, die weniger Krisenanfällig sind und sich auch wieder schneller nach einer Krise erholen.

Wir haben acht Kriterien aufgeführt, anhand derer Sie eine gute Auswahl treffen können:

  1. Das Unternehmen muss eine Preissetzungsmacht besitzen.
    Es sollte dadurch in der Lage sein, die inflationsbedingt steigenden Kosten sehr schnell auf die Kunden abwälzen zu können.
    Ein Anzeichen für eine Preissetzungsmacht ist ein bekannter Markenname. Solch ein bekannter Markenname bietet mehrere Vorteile.Ein bekannter Markenname erleichtert die weltweite Expansion und Kunden sind bereit, für bekannte Marken mehr Geld zu bezahlen als für unbekannte Marken.Starke globale Markennamen sind:
    Platz 1: Apple 170,27 $m +43%
    Platz 2: Google 120,31 $m +12%
    Platz 3: Coca Cola 78,42 $m -4%
    Platz 4: Microsoft 67,67 $m +11%
    Platz 5: IBM 65,095 $m -10%
    Platz 6: TOYOTA 49,048 $m +16%
    Platz 7: SAMSUNG 45,297 $m 0%
    Platz 8: General Electric 42,267 $m -7%
    Platz 9: McDonald’s 39,809 $m -6%
    Platz 10: amazon 37,948 $m +29%
    Nicht immer ist das Unternehmen die Marke, sondern die bekanntesten Produkte des Unternehmen. So auch bei Procter&Gamble mit folgenden Marken:
    Platz 22: Gillette 22,218 $m -3%
    Platz 28: Pampers 16,54 $m +8%
    Platz 36: Nescafé 12,257 $m +7% von Nestle
    Markennamen steigen und fallen in ihrem Wert. Um +43% gestiegen ist die Marke Apple, während auf dem absteigenden Ast befindet sich zur Zeit die Marke GUCCI mit -14%.
    Quelle: interbrand.com/best-brands/
  2. Internationale Ausrichtung
    Das Geschäft des Unternehmens könnte in Ländern, die besonders hart von einer Krise erschüttert werden, kurzfristig einbrechen. Aber eine Weltwirtschaftskrise trifft nicht jeden Markt und nicht jedes Land mit gleicher Wucht. Es gibt immer Länder, die sich relativ Wacker halten und solche, die besonders im Feuer stehen.
    Unternehmen, die nicht nur von einem Markt in einem Land anhängig sind, können Krisen besser überstehen und haben somit eine bessere Überlebenschance.Beispiel 1: Coca Cola
    Coca-Cola verkauft in über 200 Ländern seine Getränke und besitzt 17 Getränkemarken, die jeweils auf mehr als 1 Mrd. US-Dollar Jahresumsatz kommen. Damit ist Coca-Cola die unangefochtene Nummer 1 unter den Getränkeherstellern.
    Beispiel 2: McDonalds
    Ich habe schon viele Länder bereist, in keinem einzigen dieser Länder war McDonalds nicht vertreten. Selbst in den arabischen Ländern finden wir McDonalds-Filialen, dort besteht der Hamburger dann eben aus reinem Rindfleisch, ohne Schweinefleisch (welches auch gesünder ist).
    Beispiel 3: Nestlé
    Das Schweizer Unternehmen ist u.a. so erfolgreich, weil es frühzeitig international expandiert hat und heute fast jedes Land auf der Erde mit Nahrungsmitteln versorgt.
  3. Unternehmen, die Güter des täglichen Bedarfs herstellen…
    …besitzen in der Krise die besten Überlebens-Chancen.
    Denn in schlechten Zeiten können wir den Kauf eines neuen Autos oder Motorrades zwei bis drei Jahre nach hinten schieben oder aber einen günstigen Gebrauchtwagen oder Motorrad kaufen. Wir werden dagegen auch in schlechten Zeiten essen und trinken, uns waschen und die Zähne putzen. Hersteller von Nahrungsmitteln und Konsumartikeln haben daher auch schwerste Konjunkturkrisen überlebt. Aktien aus den zyklischen Branchen sind keine langfristigen Sachwerte. Wir sollten diese Aktien nur als kurz- und mittelfristige Anlage-Chancen nutzen, beispielsweise während einer Krise kaufen, wenn die Aktie unterhalb 50% des Durchschnittswertes liegt und verkaufen, wenn sie über 50% liegt.
  4. Sachwerte-Unternehmen zahlen hohe und stetige Dividenden
    Zu den wichtigsten Einnahmequellen eines Investments gehört unzweifelhaft die Dividende. Die Dividende ist der Teil des Gewinns, den eine Aktiengesellschaft an ihre Aktionäre ausschüttet. Dividenden sind für 40 – 60% der Gesamt-Performance der Aktienanlage verantwortlich. Mit Aktien, die regelmäßig hohe Dividenden ausschütten, haben wir schon die halbe Ernte im Sack.Die internationalen Dividenden-Champions sind:

    • 3M – In den vergangenen 98 Jahren hat der Mischkonzern 3M ohne Unterbrechung Dividenden an seine Aktionäre ausgeschüttet. Und in diesem Jahr steigert das US-Unternehmen zum 58. Mal die Dividende in Serie.
    • Coca-Cola – 2016 zahlte Coca-Cola die 54. Dividendenerhöhung in Serie
    • Roche – 2016 die 29. Dividenden-Steigerung in Serie. Europas größter Arzneimittel-Hersteller Roche aus der Schweiz entwickelt Medikamente gegen Krebs.
    • Nestlé – Seit 1959 hat Nestlé regelmäßig die Dividenden erhöht.
    • Ölaktien wie Royal Dutch Shell, Total, BP oder Statoil stehen in dem Ruf, günstig bewertet zu sein und hohe Dividenden zu zahlen.
    • Deutsche Unternehmen zahlen die Dividende jährlich aus, während in Großbritannien 2 Ausschüttungen pro Jahr erfolgen und in den USA sogar vierteljährlich eine sogenannte Quartalsdividende ausgeschüttet wird.
  5. Das Unternehmen muss mehrere Krisen überstanden haben
    Die meisten Unternehmen überstehen die ersten drei Jahre nicht. Kommt dann noch eine Konjunkturkrise hinzu, dann zeigt sich, wie gut und erfolgreich ein Geschäftsmodel ist. Geht das Unternehmen sogar gestärkt aus einer Krise hervor, umso besser.
    Folgende Unternehmen haben bereits mehrere Krisen gemeistert:
    Procter&Gamble gegründet 1837
    Nestle gegründet 1866
    HeidelbergCement – 1874
    Coca Cola gegründet 1892
    British American Tobacco gegründet 1902
    L‘Oreal gegründet 1907
    IBM 1911
    McDonald‘s gegründet 1940
    Intel 1968
    Microsoft Corporation 1975
  6. In einer Krise sind einfach zu verstehende Geschäftsmodelle erfolgreicher
    Die letzten Krisen haben uns gezeigt, dass Unternehmen mit einem einfachen Geschäftsmodell diese gut überstehen.
  7. Die Börsen-Performance muss positiv sein
    Die 10-Jahres-Performance muss positiv sein
  8. Lediglich ein relativ kleiner Teil des Cashflow muss wieder in das Unternehmen investiert werden.
    Es heißt, wenn durchschnittlich = 40% des Mittelzuflusses (Cashflow) investiert werden muss, dann wird der Puffer für die Dividendenausschüttungen und Rücklagen ausreichend sein.
    Gehen wir von einem Krisen-Szenario aus, so ist es wichtig, dass ein Unternehmen in einer Krise schnell den Gürtel enger schnallen kann. Daher sollten die notwendigen Investitionen gesteuert werden können. Ist ein Unternehmen gezwungen, auch in einer Krise ständig viel zu investieren, dann kann es passieren, dass das operative Geschäft dafür nicht genügend Geld generiert. Typische Branchen dafür sind Anlagen- und Maschinenbau, Automobil- und Baubranche). Damit eine technologische Weiterentwicklung nicht verpasst wird, müssen die notwendigen Investitionen über Kredite finanziert werden. Ansonsten würde der Maschinenpark veralten.

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