GAU einer Solaranlage

Wie „Die RHEINPFALZ“ am 25.8.2016 berichtete, wurde der Großbrand beim Holzhandel Wickert in Landau durch einen technischen Defekt der Solaranlage auf dem Dach der Halle ausgelöst. Diese ist vor einer Woche komplett abgebrannt. Beim Großbrand wurde Asbest freigesetzt, welches mittlerweile Aufgrund der eindeutig festgestellten Gesundheitsgefahren in der ganzen EU verboten ist. Die Stadt Landau lässt derzeit von Umwelttechnikern die öffentlichen Flächen im Sperrgebiet von 17 Hektar von Asbest säubern.
Auch der Großbrand einer Lagerhalle auf der Ludwigshafener Parkinsel im Jahr 2013 soll ebenfalls durch den Defekt einer Solaranlage ausgelöst worden sein. In Ludwigshafen entstand damals genau wie in Landau ein Schaden von mehreren Millionen Euro.

Wie kann eine Solaranlage brennen?

Die meisten Solaranlagen sind wohl auf Dächern aufgebaut, welche aus nicht brennbaren Dachziegeln bestehen. Die einzelnen Solarmodule jedoch sind zwar schwer entflammbar, aber dennoch durchaus brennbar. Genauso die Steckverbindungen, welche die einzelnen Module miteinander verbinden und dann schließlich zum Inverter zu führen. Diese Kabelverbindungen stellen auch die Schwachstelle einer Solar- bzw. Photovoltaik-Anlage dar. Wenn die Kabel schlampig verlegt sind, kann es zu Kabelbrüchen und durch das Scheuern von freischwingenden Kabeln zu Kurzschlüssen führen. Auch dürfen wir nicht vergessen, in den Sommermonaten entsteht auf den Dächern eine extrem hohe Hitze, welche die Kabel und deren Verbindungen einer hohen Belastungsprobe aussetzt.

Als die größte Gefahr für Solar- bzw. Photovoltaik-Anlagen gelten Überspannungsschäden, welche die brennbaren Anlagenbestandteile „explosiv entzünden“ können.

Die Photovoltaik-Anlagen generieren Gleichstrom, damit funktioniert der übliche Schutz gegen Überspannung nicht, dieser ist nur bei Wechselspannung wirksam.

Überspannungen können entstehen durch Blitzeinschläge – auch in weiter Ferne der Anlage. Die dabei entstehenden elektromagnetischen Felder breiten sich mit Lichtgeschwindigkeit über den Erdboden bzw. das Erdreich aus. Bei Bauwerke ohne Fundamenterder gelangen diese elektromagnetische Felder über den Keller, über das Stromnetz und in die Photovoltaik-Anlage und erzeugen dort extrem hohe Spannungen. Durch diese hohen Spannungen kann es zum Lichtbogen und damit zum Brand der Photovoltaik-Anlage kommen.

Deshalb sollte eine Photovoltaik-Anlage regelmäßig gewartet werden, um einem Brand vorzubeugen.

Brennt eine Photovoltaik-Anlage erst einmal, so lässt sie sich auch nicht so einfach löschen – denn Strom und Wasser vertragen sich nicht. Die Photovoltaik-Anlage muss erst über einen Notaus-Schalter ausgeschalten werden, wenn denn die Photovoltaik-Anlage über einen solchen Schalter verfügt. Die Energiequelle selbst, die Sonne, lässt sich jedenfalls noch schlechter ausschalten.

Quellen:
Die Rheinpfalz vom 25. Aug. 2016 Frontpage
www.konrad-fischer-info.de/pvbrand.htm

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